Interview mit Kevin Sorbo
15. August 2004 - London, UK
Interview und Übersetzung: Sabina Witzel

Kevin:
Dann lass uns anfangen!

Sabina:
Zuerst einmal vielen Dank für dieses Interview. Es wird auf Deiner offiziellen Website erscheinen.

Kevin:
Oh, es ist mir ein Vergnügen!

Sabina:
Sprechen wir über Deine Faszination für Golf, was gibt Dir dieser Sport?

Kevin:
Golf ist ein interessantes Spiel. Mein Vater war Lehrer und im Sommer arbeitete er auf einem Golfplatz. Ich liebte American Football und Basketball. Diese zwei sind vermutlich meine besten Sportarten und Baseball. In den Sommermonaten arbeitete mein Vater also auf dem Golfplatz. Golf war also praktisch vor meiner Nase. Er sagte, "ich arbeite auf dem Platz, Du musst für nichts bezahlen. Es ist alles umsonst für die Familie". Also waren meine Brüder und ich da draußen und spielten zwischen dem Baseball-Training und den Spielen. Und wir alle waren plötzlich besessen davon. Es ist ein Spiel, das süchtig macht. Die meisten Menschen verstehen Golf nicht wirklich. Es ist eine der wenigen Sportarten, die Dich auf die Probe stellen! Genau das war es, ein Prüfung für mein Selbst. Ich war dem Golf verfallen und wurde als Kind richtig gut darin. Als Teenager spielte ich wirklich sehr viel, war dem ganzen dann sehr überdrüssig in meinen Zwanzigern und begann in meinen Dreißigern wieder damit. Jetzt bin ich wieder süchtig danach. Alle meine Freunde die sich über mein Spiel amüsierten, spielen natürlich alle heute selbst. Wir haben nicht einen Freund der sagt: "Warum spielst Du so ein dämliches Spiel wie Golf?" Es ist ein sehr entspannendes Spiel, obwohl es auch frustriert. Du bist da draußen in der Natur mit Wasser und Bäumen, dem Meer, Seen, Teichen, was auch immer, Wiesen - und Du fühlst Dich wie in einem gigantischen Park. Es ist ein Spiel, das Geschicklichkeit erfordert, schwer zu beschreiben. Es ist einfach ein Spiel, das sehr süchtig macht. Ich bin jemand, der schnell nach etwas süchtig wird.

Sabina:
Wenn Du kein Schauspieler geworden wärst, welchen anderen Beruf hättest Du gewählt?

Kevin:
Ich wäre Lehrer geworden und in die Fußstapfen meines Vaters getreten. Ich wollte Trainer werden. Vermutlich würde ich Football und Basketball unterrichten. Ich liebe diese Sportarten. Ich wäre ein guter Trainer. Aber man folgt den persönlichen Leidenschaften und die Schauspielerei war vergleichsweise für mich ganz oben (hebt die Hand). Deshalb habe ich sie gewählt.

Sabina:
Du hast eine wunderbare Gabe mit Menschen umzugehen und bewirkst, dass sie sich wohl fühlen. Deshalb meine ich, dass Du ein großartiger Lehrer geworden wärst.

Kevin:
Oh, vielen Dank! Das glaube ich auch! Und ich liebe Kinder. Ich denke, dass die 35 Jahre als Lehrer von 14-jährigen meinen Vater jung gehalten haben. Ich denke, da ist was dran. Wie gesagt, das würde ich stattdessen tun.

Sabina:
Was ist Deine größte Herausforderung in Deiner Arbeit?

Kevin:
Der tägliche Trott. Es ist wie in einer Fabrik. Auf der einen Seite machst Du jeden Tag etwas anderes, da das Set sich ja täglich ändert, ebenso wie der Dialog. Aber die tägliche Routine des Textlernens und der Versuch, es so echt wie man nur kann rüberzubringen, das ist glaube ich der schwerste Teil des Jobs. Das Arbeitsmuster ändert sich nie wirklich. Du machst einfach weiter und weiter. Das wichtigste um dabei geistig gesund zu bleiben ist (wie ich gestern auf der Bühne sagte), am Set Spaß zu haben und sich gegenseitig zum lachen zu bringen. Die größte Herausforderung ist sicherlich, wenn Du jeden Abend nach einem langen Tag nach Hause kommst und feststellst, "ich muss jetzt noch 10 Seiten auswendig lernen". Das ist das letzte, auf das Du nach einem langen Tag noch Lust hast.

Sabina:
Was machst Du denn so, wenn Du nach dem Set nach Hause kommst?

Kevin:
Nachdem ich eine Familie habe läuft das so: Ich habe einen Fahrer der mich holt und bringt und so verbringe ich deshalb die 40 Minuten am Nachmittag oder Abend auf dem Weg nach Hause, um schon im Auto meinen Text zu lernen, um keine Zeit zu verlieren. Ich verlasse das Set und - Bumm - schaue ich mir schon die Aufgaben für den nächsten Tag an. Ich mache mir Notizen, rufe die Schreiber an, was auch immer. Wenn ich nach Hause komme, gehört die Zeit bis zum Schlafengehen meinen Jungs. Meistens essen wir zusammen zu Abend. Dann ist Badezeit, ich lese ihnen Geschichten vor und bringe sie ins Bett. Dann ist es schon so 21 Uhr - 21.30 Uhr und ich bin müde, wenn Du weißt was ich meine. Dann versuche ich noch etwas Nachrichten zu schauen oder meine Frau und ich sehen uns eine Sitcom an, um den Tag freudvoll zu beenden. Und dann am nächsten Morgen geht's früh raus und während ich auf dem Trimmrad oder dem Stepper bin, lerne ich weiter meinen Text, und das ganze fängt von vorne an. Ich bin jemand, der viele Dinge gleichzeitig macht. Mann, morgens dreh ich die Dusche an, putze mir die Zähne und pinkle, alles gleichzeitig! Man lernt überall Zeit zu sparen.

Sabina:
Also trainierst Du morgens?

Kevin:
Normalerweise ja. Und dann noch mal gegen Mittag. Mittagessen gibt es für mich immer sehr spät, nicht vor 13:30 Uhr. Ich esse so 5 - 6 Mahlzeiten am Tag, habe einen sehr hohen Metabolismus.

Sabina:
<Ich schaue an ihm rauf und runter und nicke zustimmend. Er lacht>

Kevin:
Ich weiß! Ich verbrenne alles sofort wieder <lacht>. Meine größte Mahlzeit ist ohne Zweifel das Frühstück. Es ist riesig. Ich brauche das einfach. Und dann esse ich das nächste Mal so gegen 10 Uhr und noch mal gegen 12 Uhr. Um 13.30 Uhr will ich dann eigentlich gar nichts, sondern einfach nur trainieren.

<Jemand bringt Plätzchen ins Zimmer>

Kevin:
Ah, schau mal jetzt bringen sie die Plätzchen. Die sind wirklich sehr gut. Sehr gut! Willst Du eins?

Sabina:
Nein, danke.

Kevin:
Na, komm schon!!

Sabina:
Im Gegensatz zu Dir habe ich keinen solchen Metabolismus!

Kevin:
Los, nimm einen! Nimm einen!

Kevin:
Also, wie auch immer. Ich hebe dreimal die Woche Gewichte, aber trainiere nicht mehr so wie früher, versuche mich aber in Form zu halten.

Sabina:
Bist Du ein Morgenmensch?

Kevin:
Ja, ich bin ein Morgenmensch. Am Set haben wir die drei L`s in der Show - Lexa, Laura und Lisa - und die hassen den Morgen. Sie sind bis 2 - 3 Uhr früh auf, das ist eher ihr Ding. Sowas kann ich nicht. Gestern mit Steve bis 1.30 Uhr morgens aufzubleiben war ... oh Gott ... Wir waren letzte Nacht in einem Restaurant, das dann später zur Disco wurde und ich saß auf einem Stuhl in einer Ecke, weil es so voll wurde. Und übel verraucht. Also irgendwann hat es mir gereicht und ich ging einfach vor die Tür.

Sabina:
Bist Du also ein Morgenmensch, der aufsteht und voll da ist?

Kevin:
Nun ja, ich fahre nicht gleich auf vollen Hochtouren, bin aber ziemlich fit, wenn ich aufstehe. Ich bin niemand, der lange im Bett liegen bleiben kann.

Sabina:
Wie entspannst Du Dich bei einem Terminkalender wie diesem?

Kevin:
Weißt Du, eigentlich entspanne ich mich am besten auf Reisen wie diesen. Auf Flughäfen und in Fliegern, da kann ich entspannen. Das ist die einzige Gelegenheit dazu. Ich habe keine Zeit mehr für mich allein! Während der 45 Minuten Mittagspause, wenn ich nicht gerade trainiere, dann sag ich meiner Assistentin Margo, sie soll mich in Ruhe lassen. Ich habe dann diese 45 Minuten in meinem Wohnwagen, leg mich hin und schau mir Sport an (ich habe Fernsehen dort). Oder ich leg mich ins Bett, entspanne, gönne mir vielleicht ein 10-Minuten-Power-Schläfchen. Aber nachdem ich jetzt Frau, Kind, noch ein Kind plus Hund habe, ist das Reisen allein ohne sie für mich Entspannung. Es macht mir nichts aus, wenn ich besonders früh am Flughafen bin. Ich finde immer ein Plätzchen dort, wo es ruhig ist. Ich gehe nicht zu meinem Flugsteig, denn die sind immer mit Menschen überlaufen. Wenn es keinen Warteraum gibt, dann suche ich mir einfach einen Flugsteig, der ganz leer ist. Ist mir egal, ob ich dann 400 Meter zu meinem Steig laufen muss. Ich sitze dann dort bis kurz vor dem Abflug, lese ein Buch oder höre Musik. Ich finde es interessant, aber das ist inzwischen die einzige Gelegenheit für mich, um Musik zu hören. Ich habe einfach keine Zeit mehr dafür. Mein Manager hat mir einen iPod geschenkt und ich liebe ihn. Ich habe vermutlich so um die 800 Lieder darauf gespeichert. Das ist meine Rückzugsmöglichkeit. Außerdem habe ich einen DVD-Spieler wie ihn mehr und mehr Leute im Flieger haben, damit ich die Filme sehen kann, die ich will und wann ich will.

Kevin:
Das letzte das ich sah (was ihr vermutlich noch nicht sehen konntet), war "The Band of Brothers" (Dt. Titel "Wir waren wie Brüder") - phänomenal! Es geht um eine Lufteinheit im Zweiten Weltkrieg. Sie interviewen acht überlebende Veteranen, alle heute in ihren 80zigern. Es ist eine Tom Hanks - Steven Spielberg-Produktion und kostete 120 Mio. Dollar. Meiner Meinung nach ist dies das erstaunlichste Fernsehstück oder -film, den ich in meinem Leben jemals sah! Ich bin so neidisch, dass ich nicht mitspielen konnte. Es gab ca. 20 Rollen darin. Ich glaube sie filmten über einen Zeitraum von 14 Monaten. Es ist phänomenal und heißt "Band of Brothers".

Sabina:
Das schau ich mir an!

Kevin:
Es ist sehr bewegend. Und interessant gemacht, denn es erscheint wie ein Kinofilm. Teilweise Dokumentation - zu einem sehr kleinen Teil, und ansonsten wie ein Film. Es ist wundervoll.

Sabina:
Wie gehst Du denn damit um, dass Du so gar keine Zeit mehr für Dich allein hast. Fällt Dir das schwer?

Kevin:
Es ist schwer. Deshalb ergreife ich jede Gelegenheit um allein zu sein, wann immer ich kann. Solange ich zurückdenken kann, bin ich gerne allein gewesen. Ich liebe es, unter Menschen zu sein, aber genauso sehr liebe ich die Ruhe, die Zeit zum Nachdenken! Als ich Herkules drehte, konnte ich während der gesamten Drehzeit nicht mehr träumen. Wir hatte so lange Drehzeiten und der Zeitplan war so intensiv, dass obwohl ich vermutlich träumte, ich mich an keinen einzigen erinnern konnte. Die 5 Stunden Schlaf jede Nacht, mehr hatte ich nicht, schlief ich wie ein Toter. Sobald mein Kopf das Kissen berührte - Bumm - war ich weg. Und dann plötzlich klingelte um 4.30 Uhr morgens der Wecker und ich konnte mich gar nicht daran erinnern, eingeschlafen zu sein. Deshalb erinnere ich mich an keinen einzigen Traum während der Laufzeit von Herkules. Seltsam.

Sabina:
Ich kann mir vorstellen, dass es nicht gerade sehr gesund ist, solange nicht zu träumen.

Kevin:
Das ist es sicherlich nicht. Deshalb verausgaben sich Leute total und kippen dann auf dem Set um und so weiter.

Sabina:
Was ist Dein größtes Ziel im Leben - beruflich und persönlich?

Kevin:
Beruflich will ich eine Filmkarriere. Ich denke ich wäre ein sehr guter Filmschauspieler. Ich weiß, das ich es kann und es geht nur darum, ob Hollywood einem die Gelegenheit dazu gibt. Hollywood legt erfolgreiche Schauspieler auf eine einzige Richtung fest, bis man beweist, dass man auch etwas anderes kann. Ich habe darum gekämpft, um in amerikanischen Sitcoms zu spielen. Als ich endlich in einer auftrat, gab es ein Schneeballsystem. Und plötzlich sagten sie: "Oh mann, er ist witzig!" Was meinen die eigentlich was Herkules war? Herkules war eine witzige Show!

Sabina:
Dem stimme ich voll zu !!

Kevin:
Das ist kein Egotrip von mir. Ich weiß einfach, dass ich ein guter Schauspieler bin. Ich weiß, dass wenn man mir das richtige Material und die richtige Gelegenheit gibt, ich einen Film schauspielerisch tragen kann! Ich wäre großartig in romantischen Komödien oder als Actiontyp. Ich bin ein großer Fan von Matt Damon. Ich hätte so gerne "The Bourne Identity" gemacht. Ich wünschte, sie hätten mir diese Rolle angeboten. In solch einer Art Rolle wäre ich super. Ich mag Matt Damon und finde, er ist ein verdammt guter Schauspieler.

Sabina:
Und was ist persönlich Dein größtes Ziel im Leben?

Kevin:
Persönlich denke ich ist mein größtes Ziel, dass die Familie funktioniert. In der heutigen Gesellschaft machen wir uns alles zu einfach und werfen so leicht das Handtuch und sagen: ich gebe auf, ich hör auf! Es ist zwar persönlich, aber ich denke, es auch geht darüber hinaus. Ich verstehe die Menschheit heutzutage nicht immer, wenn ich sehe was so vorgeht und was wir in dieser Welt veranstalten. Das macht mich traurig. Ich weiß worauf Du hinauswillst, aber es ist schwierig die persönliche Vision nicht auch in globalem Sinne zu sehen. Ich würde gerne dem Terrorismus ein Ende setzen. Das finde ich alles so traurig und erbärmlich. Aber ich versuche es mikroskopisch zu sehen und sage mal, mein Ziel ist es, dass die Familie erfolgreich funktioniert. Der Familiengedanke ist irgendwie aus der Gesellschaft verschwunden und das ist traurig und ich glaube auch, dass dies eines der größten Probleme bei der Kindererziehung heutzutage ist. Das führt zu Kriminalität, Verbrechen und Abtreibungen im Teenageralter.

Sabina:
Thema Kindererziehung. Welche Werte möchtest Du Deine Kinder lehren?

Kevin:
Ehrlichkeit und Integrität. Ich denke, dass die moralische Grundlage wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden muss. Wir senken stetig die moralische Meßlatte, besonders in Amerika. Und ich denke, dass Hollywood eine Vorreiterrolle dabei hat, indem es seinen Lebensstil anderen Menschen aufzudrücken versucht und vermittelt, dass alles okay und normal ist. Aber das ist es nicht. Ich denke, es gibt momentan einen riesigen moralischen Verfall in Amerika, der sich von hier auf den Rest der Welt ausbreitet. Ich bin kein perfekter Mensch. Ich habe vieles getan, auf das ich vermutlich auch nicht stolz bin, aber ich denke so alles in allem, bin ich ein netter Typ.

Kevin:
Meiner Meinung wäre es am wichtigsten, dass wir wieder nach Regeln des gesunden Menschenverstands leben, die für jeden gelten. Wir haben heute in Amerika Leute, die gegen die Zehn Gebote kämpfen. Und ich denke mir dann: seht sie doch nicht als religiöse Richtlinien, sondern als etwas, das Sinn macht. Wie z.B. "Du sollst nicht töten" - macht Sinn für mich. "Du sollst nicht stehlen" - macht ebenfalls Sinn für mich. Weißt Du was ich meine? Man muss mich religiös sein, um die Zehn Gebote als gute moralische Grundregeln anzusehen, die es Wert sind zu befolgen.

Sabina:
Und sie sollten von innen her kommen.

Kevin:
Oh ja. Weißt Du, diese ganze Sache mit "tue nichts, dass Du nicht willst das man Dir selbst zufügt" würde ziemlich gut funktionieren, wenn jeder wirklich danach leben würde. Würde man das tun, hätten wir eine bessere Welt. Wir haben eine sehr zornige Gesellschaft heutzutage.

Sabina:
Und sie weiß nicht, was sie mit diesem Zorn anfangen soll!

Kevin:
Sie kanalisieren ihn auf die falsche Art. Macht doch, was ich als Kind getan habe - fangt an Sport zu treiben. Man lernt soviel über sich selbst als Jungen der zum Mann wird, über Teamwork und wie man nach den Regeln lebt. Wir brauchen solche Regeln. Wenn eine Gesellschaft keine Regeln hat, fällt sie in Anarchie, ins Chaos. Die Geschichte beweist Jahrhundert für Jahrhundert, dass es ohne Regeln nicht funktioniert. Das ist der Niedergang der Gesellschaft.

Dianna:
Welche Schulbildung planst Du für Deine Kinder - öffentlich, privat, Heimstudium?

Kevin:
Ich will, dass sie zur öffentlichen Schule gehen. Ich selbst bin so aufgewachsen.

Sabina:
Ich las, dass als Du Dich für Andromeda vorbereitet hast und dabei Gewicht verlieren wolltest, Du Atemtechniken und Yoga gemacht hast!

Kevin:
Ich habe sehr lange Gewichte gehoben. Sogar vor Herkules hatte ich bereits seit meinem 17. Lebensjahr Gewichte gehoben. Nach so vielen Jahren und nachdem ich für Herkules noch mehr zugelegt hatte - ich hätte noch muskulöser werden können, doch das wollten sie nicht - sagte ich mir, dass ich das als Schauspieler nicht mehr weiter machen kann. Ich will in Form bleiben, aber ich will einen anderen Körpertyp. Ich hatte 9 Monate zwischen den Dreharbeiten. Ich wusste drei Monate bevor Herkules endete, dass ich die neue Rolle hatte. Dann hatten wir 9 Monate frei, um die Show vorzubereiten, Rollen zu vergeben, usw. Während dieser 9 Monate verlor ich zu Höchstzeiten 27 Pfund Muskelmasse, was hart war. Es schwankt etwas zu dem, was ich momentan wiege, da ich jetzt wieder 5 Pfund mehr drauf habe. Um das zu erreichen, trainierte ich neben tonnenweise Cardio-Workout mit ganz leichten Gewichten. Anstatt 65 Pfund zu heben, waren es jetzt 25 oder 30 Pfund und ganz viele Wiederholungen. Viel Stretching, um die Muskeln auszudehnen. Im Prinzip gaben sie mir Dehnübungen für Tänzer. Und ich trainierte viel Pilates und Yoga, Sachen die ich vorher noch nie gemacht hatte. Okay, Yoga habe ich vorher schon gemacht, aber Pilates noch nie. Ich erinnere mich an meine erste Trainingsstunde, als ich dachte, das ist ja nun wirklich keine große Sache, das ist kinderleicht (hebt den ausgestreckten Arm auf und nieder). Am Ende der Stunde war ich tot. Das erschöpft! Es geht darum, den Körper zu formen und die Muskeln auszudehnen! Nach 9 Monaten, nein genauer gesagt nach 5 Monaten, sah ich Resultate.

Sabina:
Manchmal beinhaltet Yoga auch Meditation.

Kevin:
Ja!

Sabina:
Ich frage danach, weil ich Meditationslehrerin bin.

Kevin:
Oh, tatsächlich?

Sabina:
Beinhaltete das also auch Meditation für Dich?

Kevin:
Ja, in der Tat. Ich pendle hin und her zwischen Meditation und Atemtechniken. Ich mache sie mit Unterbrechungen jetzt seit ca. 10 Jahren. Ich müsste gewissenhafter bei der Sache sein, aber auch hierbei ist der Zeitfaktor das Problem. Wenn ich Zeit dazu finde, dann nach einem kurzen Workout im Fitnessraum. Dann gehe ich in meinen Wohnwagen und lege mich für 15 Minuten auf den Boden, schließe die Augen, zentriere meine Atmung, Du weißt schon, lege mir sanfte Musik auf. Einmal in der Woche gehe ich zur Massage. Ich bin sehr für diese Sachen. Mit all dem Stress und so weiter, muss man sowas einfach machen.

Kevin:
Du möchtest, dass ich den Satz: "Liebe ist" beende? ... Liebe ist ... ein Mysterium!"

Kevin:
Ganz herzlichen Dank. Ich sehe Euch dann später!

 

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